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SNS-Jahresfahrt 2017 nach Rostock

Wunschziel unserer diesjährigen Jahresfahrt waren die Hansestädte an der Ostsee und zentraler Standort war das InterCity-Hotel Rostock, in dem wir gut untergebracht waren. Wir starteten wieder Sonntag früh am Scheidplatz und unser Busfahrer war der uns schon von mehreren Fahrten vertraute Werner Richter. Doch bis Bayreuth wurden wir wegen der langen Strecke von seiner Tochter chauffiert, die uns dort verließ. Die Fahrt verlief ohne Störungen und wir waren gegen 18 Uhr an unserem Ziel.

Neuer Markt in Rostock mit St. MarienkircheMontag früh wurden wir von Tom Thielk abgeholt, der uns in den nächsten Tagen ruhig und immer klar verständlich die Küstenregion Mecklenburg-Vorpommerns näher bringen sollte. Und dann fuhren wir erst einmal mit der Straßenbahn zum Marktplatz. Auf der einen Seite stehen – teils in der DDR-Zeit wieder aufgebaute – gotische Giebelhäuser, auf der anderen das gotische Rathaus aus dem 15. Jhdt., das wir innen besichtigen konnten. Es hat eine siebentürmige Schauwand mit einem barocken Vorbau aus dem Jahr 1727.

Die Universität Rostock wurde bereits 1419 gegründet und war damit die erste im Ostseeraum. Auf dem Universitätsplatz befindet sich das Denkmal für ihren ersten Ehrenbürger Feldmarschall Leberecht von Blücher (das die Stadt nicht ganz freiwillig errichtet hat) und dahinter das idyllische Refugium des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters zum Heiligen Kreuz, eine Stiftung der dänischen Königin Margarete aus dem Jahr 1270.

Die Astronomische Uhr in der Marienkirche zu RostockAm Ende unseres Rundgangs waren wir in der Marienkirche, die 1398 in ihrer heutigen Form nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche erbaut wurde. Schon beim Betreten beeindruckt der Innenraum mit seiner Höhe von 31,5 m im Mittelschiff. Der Rochusaltar stammt von 1530, die Renaissance-Kanzel von 1574 und der Orgelprospekt von 1769. Weltberühmt ist die astronomische Uhr, die 1472 in Nürnberg gefertigt wurde. Sie endet mit ihren Jahreszahlen am 31. 12. 2017. Wir wurden aber beruhigt, dass das nicht das Ende der Welt ansagt, sondern dass ein neues Ziffernblatt bereits fertiggestellt sei.

Das Ostseebad Warnemünde ist ein Ortsteil der Hansestadt RostockMit dem Bus fuhren wir nun zum Fisch-Essen in den Fischeihafen und anschließend weiter nach Warnemünde, der „schönen Tochter Rostocks“. Das Dorf wurde 1333 von Rostock gekauft, um sich den Zugang zur Ostsee zu sichern, und entwickelte sich im 19. Jhdt. zum Badeort mit prominenten Sommergästen aus Berlin. Heute ist es beliebter Anlaufhafen für Kreuzfahrtschiffe, wir hatten aber unerwartet die Gelegenheit, die am Kai liegende russische Viermastbark „Kruzenshtern“ zu besichtigen, bevor wir unseren Rundgang durch den gemütlichen Ort begannen.

Das auf einer Insel im Schweriner See gelegene Schweriner SchlossDienstag starteten wir mit dem Bus nach Schwerin, Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern und eine charmante Residenzstadt, eingebettet in 7 Seen rundum mit einer großartigen historischen Bausubstanz aus dem 17. bis 19. Jhdt. Das Schloss liegt auf einer Insel und wurde im 19. Jhdt. nach dem Vorbild des Loire-Schlosses Chambord umgebaut. Das Wort Märchenschloss ist nicht übertrieben und wir hatten eine großartige Führung.

Fast märchenhaft ist auch der Umstand, dass das Land bis 1918 von den Nachkommen des noch von Heinrich dem Löwen 1160 als Vasall eingesetzten Pribislaw (Sohn des letzten von ihm besiegten Slawenfürsten) regiert wurde. Eindrucksvoll ist auch der Burggarten rund um das Schloss, das übrigens gerade zum Sitz des Landtags ausgebaut wird.

Das Mecklenburgische Staatstheater in SchwerinAuf dem Weg vom Busparkplatz zum Schloss kamen wir an den ehemaligen Marstallgebäuden vorbei und auf dem Weg in die Stadt passierten wir das Mecklenburgische Staatstheater und die heutigen Regierungsgebäude, bis wir auf dem Marktplatz endeten, auf dem sich ein Brunnen auf recht anzügliche Weise mit dem Einzug Heinrich des Löwen als Sieger in Schwerin befasst.

NachBlick auf den Schlossgarten Schwerin einer Pause zur freien Verfügung brachte uns der Bus nach Wismar, ein wahrhaftes Juwel der Backsteingotik und zusammen mit Stralsund seit 2002 auf der Welterbe-Liste der UNESCO. Wismar wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt und verband sich 1259 mit Lübeck und Rostock gegen die Seeräuberei zum späteren Wendischen Kontor der Hanse.

Der eindrucksvolle, inzwischen wieder gut sanierte Bestand von Bürgerhäusern aus der Hansezeit und die drei gotischen Hauptkirchen St. Nikolai, St. Georgen und Heiliggeist lassen erahnen, wie wohlhabend die Stadt einmal war, die – was keiner von uns wusste – von 1648 bis 1903 schwedisch war (von 1803 bis 1903 aber bereits per Pfandvertrag für 100 Jahre an das Großherzogtum Mecklenburg verpfändet war, bevor es endgültig an Mecklenburg ging).

Ende dDie Hansestadt Wismaras 19. Jhdt. erlebte die Stadt eine neue Blütezeit, was man auch an der Gründung des ersten Warenhauses durch Rudolph Karstadt 1881 in Wismar erkennen kann. Wir hatten noch Zeit, die Stadt selbst zu erkunden, bevor wir uns vor dem Karstadt-Haus trafen, um gemeinsam zum Abendessen in das historische Brauhaus am Lohberg zu gehen. Danach fuhr uns Werner Richter sicher nach Rostock zurück.

Die Rügenbrücke in StralsundAm Mittwoch ging es dann in die zweite der Welterbe-Städte, nach Stralsund, einst Perle der Hanse genannt. Der Bus fuhr erst über die 2007 eingeweihte Rügenbrücke und über den Rügendamm zurück, um uns den Blick auf die Stadt zu ermöglichen. Auf dem Hafengelände vor dem Oceaneum parkte unser Bus. In zwei Gruppen besichtigten wir Stralsund, das im 2. Weltkrieg und in der DDR-Zeit danach schwere Schäden an der Bausubstanz erlitten hat. Inzwischen ist aber viel wiederaufgebaut und saniert, so dass die Altstadt ihr altes Bild zunehmend wieder erhält.

Die Hansestadt StralsundDie Fassade des großartigen Rathauses war leider durch ein Baugerüst verhüllt, direkt dahinter befindet sich die Nikolaikirche, ein weiteres Wahrzeichen der Backsteingotik von 1270 mit wertvollen Kunstschätzen, einer Anna-Selbdritt-Gruppe aus dem Baujahr, dem Bergenfahreraltar von 1500 und einer astronomischen Uhr von 1394. In der Freizeit danach konnte, wer wollte, den in Stralsund erfundenen Bismarckhering essen und die Altstadt, hier vor allem die im Inneren imposante Marienkirche, besichtigen.

Im Oceaneum, dem meereskundlichen Museum, sahen wir anschließend Fische und Meerestiere von Ost- und Nordsee.

Bad Doberaner MünsterNur eine kurze Anfahrt hatten wir am Donnerstag nach Bad Doberan und das Münster, von 1232 bis 1368 erst romanisch, dann gotisch vollendet, war der letzte Höhepunkt der Backsteinbasiliken im Ostseeraum, die wir besichtigt haben. Ursprünglich als Zisterzienserkloster gegründet, erhielt die Kirche besondere Bedeutung als Grabstätte des Fürstenhauses.

Bad Doberaner Münster InnenansichtDer Hochaltar gilt als wohl ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte, der Sakramentsturm als der älteste Deutschlands. Bedeutend sind das Chorgestühl der Mönche, Reste der mittelalterlichen Verglasung und die Kapellen, Grabmale und Sarkophage der mecklenburgischen Herzöge und des Großherzogs Friedrich Franz I., dem Gründer des ersten deutschen Seebades Heiligendamm.

Ostseebad KühlungsbornDurch das freundliche Städtchen führte uns Tom Thielk zum Bahnhof, wo er wie versprochen Küsse austeilte und sich von uns verabschiedete. Wir fuhren mit Molli, der Bäderbahn, nach Kühlungsborn, um einmal Seebadatmosphäre zu schnuppern. Ca. 3 km lang ist die Strandpromenade von Kühlungsborn West zur Seebrücke, wo die Schiffe anlegen. Um 17.45 Uhr kam die „Baltica“, die uns nach Warnemünde brachte, und auf dem Schiff konnten wir wahlweise Abend essen oder den Sonnenuntergang genießen.

Sonnenuntergang auf der Rückfahrt mit der Baltica nach WarnemündeMit einbrechender Dunkelheit fuhren wir in den Hafen Warnemünde ein. Die S-Bahn brachte uns in 20 Minuten nach Rostock. Die schöne Reise mit vielen neuen Eindrücken setzte sich auch bei der Heimfahrt am Freitag fort. Ohne Störungen fuhren wir nach München zurück und waren bereits um 18 Uhr am Ziel.

Bericht: Manfred Kleeberger
Fotos: Lilo Siebler / Gisela Glass

 

Links zu den Webseiten der besuchten Hanse-Städte und Orte:
Rostock
Astronomische Uhr
Warnemünde
Schwerin
Wismar
Stralsund
Bad Doberan
Kühlungsborn