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Druckereiführung im Süddeutschen Verlag

Als Gemeinschaftsveranstaltung mit der Seniorenbörse waren wir am 25. Februar 2016 im Süddeutschen Verlag, um das Entstehen der Süddeutschen Zeitung zu erleben.

Zunächst wurde uVerwaltungsgebäude Süddeutscher Verlag bei Steinhausenns erklärt, wie früher und heute eine Zeitung gedruckt wird. Mussten früher Lettern einzeln gesetzt und Bleiplatten gegossen werden, so wird heute der Drucktext auf Aluminiumplatten mit dem Laserbrenner eingebrannt, wobei für jede Grundfarbe (gelb, rot, blau und schwarz) eine eigene Druckplatte angefertigt werden muss – und alle Druckplatten müssen im Lauf einer Nacht auch noch ersetzt werden. Waren früher Setzer nötig, so gestaltet heute der Layouter die Zeitung.

Wenn um 16 Uhr die Redaktionstitelkonferenz die Freigabe erteilt hat, beginnen die letzten Vorbereitungen für den Zeitungsdruck. Als wir gegen 18 Uhr die riesige, 180 x 45 m große Halle der Druckerei betraten, liefen die ersten Exemplare – erst noch unbedruckt, dann mit verwischtem Druck – über das Band, bis nach einigen Minuten die auslieferfähige Zeitung ankam. Beilagen wie Prospekte werden automatisch in die fertige Zeitung eingelegt.

200 - 250 Papierrollen mit einem Gewicht von je 1,5 to und 20 km Papier werden in einer Nacht bedrucktZwischen 18 und 20 Uhr geht die Auslandsausgabe zum Flughafen, danach kommen Deutschland- und Bayern-Ausgabe und bis 3 Uhr morgens muss die Münchner Ausgabe ausgeliefert werden. Allerdings wird auch in Hamburg, Frankfurt und NRW die SZ gedruckt, im Gegenzug druckt der Verlag in München die Bayern-Ausgaben von Bild, Frankfurter Allgemeine und Handelsblatt. 450.000 Exemplare, am Wochenende 650.000 – davon 50.000 elektronisch – beträgt die Auflage der SZ für ca. 1,3 Mio Leser täglich. Dafür sind im Verlag ca. 1500 und in der Druckerei 300 Personen tätig.

200 – 250 Papierrollen mit einem Gewicht von je 1,5 to und 20 km Papier werden in einer Nacht bedruckt und wir konnten den automatischen Rollenwechsel beobachten, wenn bei einer Geschwindigkeit von 45 km die neue Rolle während des Druckvorgangs angeklebt wird.

Druckzentrum des Süddeutschen VerlagesWenn in der großen Halle auf riesigen Maschinen die Papierbahnen dahinrasen – es war ein eindrucksvolles Erlebnis. Da viele bei der Anmeldung nicht zum Zuge kamen, gibt es im September  nochmal einen Wiederholungstermin. Leider war Fotografier-Verbot, sodass die Bildausbeute des Besuchs mager war.
Text: Manfred Kleeberger
Fotos: Gisela Glass

Interessante Links:
Geschichte des Süddeutschen Verlages
Süddeutscher Verlag Zeitungsdruck